Korsika-Reiseführer
Praktisches

Meer und Berge auf Korsika

Wetter, Baden, Rettungsdienste, Fischen, Boot, Gewitter und Waldbrandgefahr: die Vorsichtsregeln für Meer und Berge auf Korsika.

6 Min. Lesezeit Aktualisiert am 30. Oktober 2026
Die Küste bei Calvi und schneebedeckte BergeFoto: SlimMars 13 / Pexels

Korsika ist ein Gebirge im Meer: Man kann hier alle möglichen Outdoor-Aktivitäten betreiben, oft am selben Tag. In den Bergen wie auf dem Meer gilt: Seien Sie vorsichtig, denn das Wetter schlägt schnell um.

Vor dem Aufbruch: das Wetter

Die Vorhersagen von Météo-France, dem französischen Wetterdienst, finden Sie kostenlos auf meteofrance.com oder in der App. Die Warnkarte zeigt für jedes Département (Corse-du-Sud und Haute-Corse) die Gefahr von Gewittern, Sturm oder Starkregen: vigilance.meteofrance.fr. Die alten kostenpflichtigen Telefonansagen von Météo-France werden bis März 2027 schrittweise eingestellt.

Ganz gleich, was Sie vorhaben (Baden, Wandern, Tauchen, Klettern): Sorgen Sie für die passende Ausrüstung. Wenn Sie eine Aktivität zum ersten Mal ausüben, lassen Sie sich von einem Profi begleiten. Überschätzen Sie Ihre körperlichen Kräfte nicht, und prüfen Sie, ob Ihre Versicherung Schäden abdeckt, die Sie sich selbst oder anderen zufügen könnten.

Die Notrufnummern

  • 112, europäische Notrufnummer, von jedem Telefon aus.
  • 15 für den SAMU (Rettungsdienst), 18 für die Feuerwehr, 17 für Polizei und Gendarmerie.
  • 196 für die Seenotrettung, vom Land aus. Die Nummer verbindet direkt mit dem CROSS, das die Rettungseinsätze im Mittelmeer koordiniert. Auf See hat Kanal 16 des UKW-Seefunks weiterhin Vorrang.
  • 114: Notruf per SMS für gehörlose und schwerhörige Menschen.

In den Bergen übernimmt der peloton de gendarmerie de haute montagne (PGHM), die Bergrettung der Gendarmerie auf Korsika, die Einsätze. Sie erreichen ihn über die 112 oder die 17.

Am Meer

Beachten Sie die Beschilderung: Manche Stellen sind gefährlich, und viele Strände werden nicht bewacht. Baden Sie möglichst an einem bewachten Strand, während der Aufsichtszeiten, und fragen Sie die Rettungsschwimmer, wo Strömungen sind.

An bewachten Stränden zeigen die Flaggen die Lage an:

  • Grün: bewachtes Baden, keine besondere Gefahr;
  • Gelb: Baden gefährlich, aber bewacht (sie ersetzt seit 2022 die frühere orange Flagge);
  • Rot: Baden verboten;
  • Violett: Verschmutzung oder gefährliche Arten im Wasser.

Zwei rot-gelbe Flaggen begrenzen den bewachten Badebereich. Weht keine Flagge, ist der Strand nicht bewacht.

Behalten Sie Ihre Kinder ständig im Blick: Ein Kind kann schon in sehr flachem Wasser ertrinken. Vorsicht mit Schwimmringen und aufblasbarem Spielzeug.

Unterwasserjagd

Die Unterwasserjagd ist nur im Apnoetauchen erlaubt, ohne Atemgerät, ab 16 Jahren, nie nachts und mit einer Signalboje. Seit dem 12. Februar 2026 müssen sich Freizeitfischer im Mittelmeer jedes Jahr online registrieren (RecFishing) und ihre Fänge empfindlicher Arten noch am selben Tag melden.

Mehrere Arten sind geschützt. Ein Moratorium, Ende 2023 um zehn Jahre verlängert, verbietet den Fang von Zackenbarschen und Meerraben, beim Tauchen wie mit der Angel. Seeigel dürfen nur in einem kurzen Zeitraum im Jahr gesammelt werden, der jedes Jahr per Erlass festgelegt wird: Prüfen Sie die Termine und die erlaubten Mengen vor dem Fischen bei der Präfektur von Korsika.

Im Naturreservat Scandola sind Freizeitfischerei, Unterwasserjagd und Gerätetauchen verboten.

Boote und motorisierte Wasserfahrzeuge

Für ein Boot oder ein motorisiertes Wasserfahrzeug mit mehr als 4,5 kW (6 PS) brauchen Sie einen Sportbootführerschein, auch bei Mietbooten. In Ufernähe gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung, und motorisierte Wasserfahrzeuge müssen die markierten Fahrrinnen nutzen: Die Regeln legt die Seepräfektur für das Mittelmeer fest.

Am Fluss

Gewitter in den Bergen können das Wasser sehr schnell ansteigen lassen, selbst wenn bei Ihnen die Sonne scheint. Unterhalb von Staudämmen kann jederzeit Wasser abgelassen werden: Beachten Sie die Warnschilder.

In den Bergen

Die korsischen Berge sind schön und einladend, verlangen aber Umsicht. Das Wetter kann im Laufe eines Tages rasch umschlagen, vor allem nachmittags, wenn sich über den Gipfeln Gewitter bilden. Nehmen Sie auch im Sommer warme Kleidung und Regenschutz mit.

  • Informieren Sie sich über die örtlichen Bedingungen und fragen Sie Bergprofis oder Hüttenwirte um Rat.
  • Gehen Sie möglichst nicht allein, und sagen Sie jemandem, welche Route Sie nehmen und wann Sie zurück sein wollen.
  • Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Handy: Der Empfang in der Höhe ist unzuverlässig.

Auf dem GR20 müssen Übernachtungen in den Hütten während der bewirtschafteten Zeit, von Mitte Mai bis Anfang Oktober, reserviert werden.

Die Waldbrandgefahr

Von Mitte Juni bis Ende September sind offenes Feuer und Rauchen in Naturgebieten verboten; je nach Trockenheit kann das Verbot verlängert werden (den Erlass des laufenden Jahres finden Sie bei den Präfekturen der Haute-Corse und der Corse-du-Sud). Jeden Tag um 18 Uhr erscheint eine Karte mit der Gefahrenstufe für den Folgetag und den gesperrten Gebieten:

  • Gelb: Seien Sie vorsichtig;
  • Orange: Halten Sie sich nur kurz dort auf und verlassen Sie das Gebiet vor 11 Uhr;
  • Rot: Betreten Sie das Gebiet nicht.

Sehen Sie sich die Karte im Sommer vor jeder Wanderung auf risque-prevention-incendie.fr an. Die Sperrungen gelten auch für Fußgänger.

Zu Klima und Jahreszeiten lesen Sie Das Klima auf Korsika und Wann nach Korsika reisen?.